Infothek
Interkulturalität und Religion
Fremdenfeindlichkeit in der Strafanstalt Schöngrün
Robert Du Buisson
Strafanstalt Schöngrün
Ausgehend von der Frage, was Fremdenfeindlichkeit auslöst, setzt sich der Autor zunächst mit der Terminologie der Fremdenfeindlichkeit auseinander, zitiert Definitionen, Untersuchungsergebnisse und gesetzliche Grundlagen wie die Bundesverfassung. Der Autor führt ferner strukturierte Gespräche mit Inhaftierten und Mitarbeitenden der Anstalt durch und präsentiert eine Reihe von Fallbeispielen in Form von Interviews. In einem eigenen Kapitel erläutert der Autor seine eigenen Erfahrungen. Dabei zeigt er auf, wie die von ihm eingebrachten Interventionen in einigen Fällen klärend wirken, in andern Fällen auch wenig Wirkung zeigen, wenn sich die Inhaftierten aus anderen Kulturen dem Dialog verschliessen. Durch ihren Rückzug bleibt kein Raum für gemeinsame Erfahrungen.
Weibliche Angestellte im multikulturellen Freiheitsentzug am Beispiel des Flughafengefängnisses
Corinne Girod
Flughafengefängnis Kloten
Die Autorin befasst sich mit den Erfahrungen von weiblichen Vollzugsangestellten mit den männlichen Insassen verschiedenster Herkunft im Flughafengefängnis Zürich. Zudem versucht sie durch eine Befragung zu klären, wie die Insassen ihr Verhältnis zu Frauen einschätzen, welche Rolle Frauen in deren jeweiligen Heimatländern spielen und wie sie den Umgang mit den weiblichen Vollzugsangestellten erleben. Anhand von Fallbeispielen und einer Befragung von Arbeitskolleginnen und Vorgesetzten schildert die Autorin die besondere Situation der Betreuerinnen.
Interkulturelle Kompetenz. Eine Kernkompetenz für Mitarbeitende im Freiheitsentzug
Faik Jasiqi
Regionalgefängnis Thun
Ein gewichtiger Teil der Gefängnispopulation in der Schweiz ist ausländischer Herkunft. Vor diesem Hintergrund ist die interkulturelle Kompetenz der Mitarbeitenden im Justizvollzug von Bedeutung. Der Autor erläutert zunächst das Konzept der interkulturellen Kompetenz und verknüpft danach die theoretischen Grundlagen mit Praxisbeispielen und eigenen Erfahrungen aus dem Alltag des Regionalgefängnisses Thun. Er bringt der Leserschaft kulturelle Unterschiede, aber auch kulturelle Gemeinsamkeiten näher und erstellt ein interkulturell ausgerichtetes Kompetenzprofil für den Fachmann bzw. für die Fachfrau Justizvollzug. Die Arbeit wird mit Empfehlungen hinsichtlich der interkulturellen Kompetenzsteigerung abgerundet, welche auf das Regionalgefängnis Thun zugeschnitten sind.
La méconnaissance de l'Islam en milieu carcéral, à l'exemple de la Croisée
Steven Khayata
Prison de La Croisée
Face au nombre important de détenus musulmans dans les prisons suisses, des connaissances minimales sur l’islam, les pratiques religieuses comme la culture musulmane, semblent impératives pour les professionnels de la prison. A partir de cet intérêt de formation, l’auteur décrit dans son mémoire l’histoire et les principes fondamentaux de l’islam. Il énumère des problèmes concrets, notamment la méconnaissance de la religion et les problèmes de communication entre les agents de détention et les détenus musulmans. En concluant l’auteur formule quelques pistes pour améliorer la relation entre le détenu musulman et les agents de détention.
Qu'en est-il du PES pour un détenu étranger sans papier aux EPO?
Benito Litti
EPO
L’auteur décrit les différents types d’étrangers qui existent et vivent en prison et évoque les conséquences de leur statut légal quant à l’élaboration du plan d’exécution de la sanction pénale (PES). Il pose ainsi la problématique de l’évolution de la peine d’une personne sans statut légal qui sera expulsé à la fin de sa peine et de la collaboration entre le détenu et l’agent de détention ainsi que la collaboration entre le détenu et le maître d’atelier lors de la peine.
L’aumônerie et son utilité, à la prison de la Croisée
Michel David Mühlemann
Prison de La Croisée
A partir de la question « Quelle est l’utilité de l’aumônerie ? » l’auteur aborde le sujet de façon pragmatique. Après un passage par l’histoire de l’aumônerie, l’accent est mis sur le travail de terrain des deux aumôniers chrétiens de la prison de La Croisée. Un établissement où les musulmans représentent la majorité des détenus. En s’appuyant sur une enquête (questionnaire et entretiens), l’auteur dégage ensuite des avis des détenus ainsi que des opinions des agents de détention et des collaborateurs des autres secteurs à ce sujet, révélant, en partie, des fortes émotions en lien avec le sujet de la pratique religieuse.
Professioneller Umgang mit der Religionsausübung von Insassen am Beispiel des Untersuchungsgefängnisses (UG) Meilen
Stefan Reichlin
Gefängnis Meilen
Ausgehend von der Frage, wie im Freiheitsentzug mit Religionen umgegangen wird, vergleicht der Autor zunächst die Religionszugehörigkeit der Insassen des Gefängnisses Meilen mit der Religionszugehörigkeit der Schweizerischen Wohnbevölkerung. Dabei präsentiert er einen Überblick über den Anteil der verschiedenen Religionen in der Wohnbevölkerung der Schweiz in der Zeitspanne von 1980 bis 2000. Nach der Erläuterung der rechtlichen Voraussetzungen für die Religionsausübung im Freiheitsentzug schildert der Autor die Möglichkeiten der Religionsausübung im Untersuchungsgefängnis Meilen. Auf der Basis von Interviews mit Insassen schildert der Autor eingehend, wie Religion im Gefängnis gelebt wird, welche Bedeutung Religion für die Menschen im Freiheitsentzug hat und wie Aufseher und Seelsorger über diese Thematik denken.
Insassen aus der Balkanregion – Ein Ratgeber für neue Mitarbeiter Praktische Tipps für den professionellen Umgang im Vollzugsalltag
Patrick Schmidbauer
Gefängnis Limmattal
Ausgehend von der Frage, wie Vorurteile gegenüber Insassen, die aus dem Balkan stammen, abgebaut werden können, führt der Autor in seiner Arbeit in die Geschichte des Balkans ein und erläutert geographische und kulturelle Gegebenheiten der zahlreichen Länder. Im Anschluss beschreibt er Eigenheiten der aus dem Balkan stammenden Menschen, insbesondere die Bedeutung der Familie. Dieses für den professionellen Umgang mit Insassen aus dem Balkan hilfreiche Wissen, illustriert der Autor anhand von bestimmten Situationen des Vollzugsalltags, welche er exemplarisch beschreibt. Darauf aufbauend formuliert er schliesslich Ratschläge für einen respektvollen und vorurteilsarmen Umgang mit dieser Insassengruppe.
Probleme mit Insassen im Produktionsbetrieb des Ausschaffungsgefängnisses Basel-Stadt
Thomas Trefzer
Ausschaffungsgefängnis Basel-Stadt
Die Arbeit widmet sich der Problematik bei der Beschäftigung von Personen, die sich in Ausschaffungshaft befinden. Der Autor beschreibt das Ausschaffungsgefängnis Basel-Stadt und die Werkstätten der Anstalt, um dann auf die Herausforderungen einzugehen, welche sich bei der Beschäftigung von Insassen ergeben, die sich auf Grund des Ausländergesetzes in Haft befinden. Die Kommunikation mit und zwischen nicht deutschsprachigen Insassen stellt eine der Herausforderungen dar. Auf der Basis von Fallbeispielen werden Lösungsansätze zur Steigerung der Zufriedenheit von Insassen und des Personals formuliert.
