Allgemeines- Chronologie
- Zweck der Stiftung
- Organe der Stiftung
- Finanzierung
- Ziele der Ausbildung
- Die Kurse
Entstehung und Entwicklung der ‘Stiftung Schweizerisches Ausbildungszentrum fĂŒr das Strafvollzugspersonal’1. Chronologie1973:
Der Zentralvorstand des Schweiz. Vereins fĂŒr Straf-, GefĂ€ngniswesen und Schutzaufsicht beauftragt eine Arbeitsgruppe abzuklĂ€ren, ob und in welcher Art eine Berufsschule fĂŒr das Strafvollzugspersonal geschaffen werden kann 1974: Bericht der Arbeitsgruppe mit LehrplanĂŒbersicht 1976:
Der Lehrplanentwurf und der Entwurf der Stiftungsurkunde werden von Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren KKJPD genehmigt 1977:
10. Februar: Unterzeichnung der Stiftungsurkunde durch den Vorsteher des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes EJPD, den PrÀsidenten der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren KKJPD und die PrÀsidenten der drei Strafvollzugskonkordate 1987: Revision der Stiftungsurkunde
1995: Abschluss der Lehrplanrevision. Der Grundkurs wird von 12 auf 15 Wochen verlÀngert; die gesamte Ausbildung findet wÀhrend zweier Jahre statt. Im zweiten Jahr erstellen die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer eine Diplomarbeit 1997:
Das Ausbildungszentrum bezieht die neuen RĂ€umlichkeiten in Freiburg. Erstmals sind nun SchulungsrĂ€ume, Appartements und die Schuladministration gemeinsam an einem Standort vereinigt. 2001: Das Ausbildungszentrum verhandelt mit dem Bundesamt fĂŒr Berufsbildung ĂŒber die Anerkennung der Grundausbildung 2002: Bundesrat Couchepin unterzeichnet das Reglement ĂŒber die BerufsprĂŒfung fĂŒr Fachmann / Fachfrau fĂŒr Justizvollzug 2004: Der erste Jahrgang absolviert die AbschlussprĂŒfung gemĂ€ss dem neuen Reglement. Gleichzeitig erhalten mehr als 800 Kursabsolventinnen und -absolventen rĂŒckwirkend den eidgenössischen Fachausweis. 2006: Die KKJPD genehmigt den neuen Rahmenvertrag mit dem Zentrum 2007: Herr Ulrich LuginbĂŒhl, Direktor des Massnahmenzentrums St. Johannsen, ĂŒbernimmt als Nachfolger von Philippe de Sinner die Leitung des Zentrums
2. Zweck der StiftungArt. 1 der Stiftungsurkunde legt fest, dass die Stiftung den Zweck hat, den im Straf- und Massnahmenvollzug an Erwachsenen tÀtigen Personen die erforderliche berufliche Aus- und Weiterbildung in theoretischer und praktischer Hinsicht zu vermitteln.
3. Organe der StiftungDer Schulrat wird von Regierungsrat Jean Studer, Neuenburg, prĂ€sidiert und setzt sich zusammen aus Vertretern der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, des Bundes, der Anstaltsdirektoren, des Anstaltspersonals und der Wissenschaft. Er formuliert die Leitlinien und Ziele der Grund- und Fortbildung. Der Schulausschuss, prĂ€sidiert von Robert Frauchiger, KonkordatssekretĂ€r des Strafvollzugkonkordates der Nordwest- und Innerschweiz, konkretisiert die Leitlinien und bereitet die administrativen GeschĂ€fte vor. Die Direktion des Ausbildungszentrums in Freiburg: - Ulrich LuginbĂŒhl, Direktor
- Karl-Heinz Vogt, Vizedirektor
- Ariane Senn, lic. iur., Leiterin Weiterbildung lateinische Schweiz
- Regine Schneeberger, lic. phil., Leiterin Grundkurse deutsch
- Maria Teresa De Agazio, Leiterin Grundkurse lateinische Schweiz
- Barbara Bradi, Leiterin Administration
- Thomas FĂŒeg, lic. phil., Dozent Grund- und Weiterbildungskurse deutsch, Webmaster
- Jean-Pierre Restellini, Dr. med. und
lic. iur., Dozent Grund- und Weiterbildungskurse lateinische Schweiz, Vertretung Europarat
4. FinanzierungDie Finanzierung erfolgt zu 30 Prozent durch den Bund und zu 70 Prozent durch alle Kantone der Schweiz (entsprechend der Aufenthaltstage und Insassen ihrer Institutionen des Freiheitsentzuges); damit werden auch Unterkunft und
Verpflegung der Kursteilnehmer finanziert.
Das Ausbildungszentrum in FreiburgDas Schweiz. Ausbildungszentrum ist eine assoziierte
Organisation des Bundes. Nach Jahren mit einem dezentralisierten System (Schulsekretariat in Bern, KursdurchfĂŒhrung in verschiedenen Hotels und Kurszentren in der deutschen und französischen Schweiz) konnten auf Anfang 1997 die neu erstellten RĂ€umlichkeiten in Freiburg, der zweisprachigen Stadt an der Schnittstelle zwischen Deutsch und Welsch, bezogen werden. Erstmals bilden Schulleitung,
Administration, Kurswesen und Hotellerie eine rĂ€umliche Einheit, was der Schule zu einer stĂ€rkeren IdentitĂ€t verhilft. Im Neubau auf dem GelĂ€nde des Centre Quartier Beauregard hat sich das Ausbildungszentrum im vierten Stock eingemietet. Dort befinden sich die Schulleitung, die Administration und die KursrĂ€ume. Die Cafeteria steht den Kursteilnehmern und Mitarbeitern im Parterre zur VerfĂŒgung.
Untergebracht werden die Kursteilnehmer in Doppelzimmern im zentrumseigenen Hotelbetrieb, der sich im gleichen GebÀudekomplex befindet.
Das Ausbildungsangebot
1. Ziele der AusbildungDie Ausbildung soll den verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Sanktionenvollzug in erster Linie die erforderliche ProfessionalitÀt vermitteln. Die Kurse sind hauptsÀchlich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen ausgerichtet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen fÀhig sein, spezifische Probleme der Gefangenen zu erkennen. Um diese Ziele zu erreichen, bietet das Ausbildungszentrum ein breites Ausbildungsangebot.
2. Kursea) Struktur der Grundkurse
fĂŒr Aufseher, Betreuer und Arbeitsmeister in Institutionen des Freiheitsentzugs (Abschluss mit eidg. Fachausweis)
1. JahrSchwerpunkt
Praktische Ausbildung (Vorphase)Arbeitsbeginn in einer Institution EinfĂŒhrung Praktische Arbeit “learning by doing” Betriebs- und / oder kantonale Fortbildung
(EinfĂŒhrung) | 2. JahrSchwerpunkt Theoretische AusbildungBegleitung
durch Praktikumsleiter 9 Wochen = 3 x 2 Wochen 1 x 3 Wochen FĂ€chergruppen: Psychologie Recht Medizin u. Psychiatrie Welt des GefĂ€ngnisses ZwischenprĂŒfung | 3. JahrSchwerpunkt Theoretische AusbildungFortsetzung der
theoretischen Ausbildung 6 Wochen = 3 x 2 Wochen Unterricht in den FĂ€chergruppen Besuch verschiedener Institutionen Verfassen einer Projektarbeit SchlussprĂŒfung |
fĂŒr die Absolventen des Grundkurses (als Vertiefung und ErgĂ€nzung des Grundausbildungskurses) -
Umgehen mit interkulturellen Konfliktsituationen
- Umgehen mit Gewalt im Freiheitsentzug
- Umgehen mit sog. psychisch auffÀlligen Insassinnen und Insassen
- NĂ€he und Distanz in professionellen Beziehungen
- EinfĂŒhrung in die Arbeitsagogik
- Kaderausbildung (Dauer 1 Jahr, insgesamt 16 Ausbildungstage)
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Umgehen mit psychisch auffĂ€lligen Insassinnen und Insassen (siebenwöchige Spezialausbildung fĂŒr Mitarbeiter aus Massnahmeanstalten und Institutionen mit speziellen Behandlungseinheiten / vier Wochen Seminarausbildung und drei Wochen Praktikum)
- Seminare fĂŒr Betriebsleiter Landwirtschaft
- Seminare fĂŒr Leiter und Mitarbeiter der Einweisungsbehörden
- Seelsorge im Vollzug
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Seminare fĂŒr Mitarbeiter in der Vollzugsstufe der Halbfreiheit
- Seminare fĂŒr Praktikumsleiter (Begleitung der Grundkursteilnehmer)
- Dozentenseminare
- Seminare fĂŒr Mitarbeiter der BewĂ€hrungshilfe
- Spezialseminare fĂŒr Mitglieder der AGUG (Arbeitsgemeinschaft UntersuchungsgefĂ€ngnisse
- Spezialseminare fĂŒr Anstaltsleiter
e) SpezialanlÀsse- Seminare in Zusammenarbeit mit der UniversitÀt Freiburg
1998: Reform des Sanktionenwesens 2000: Medizin und Freiheitsentzug 2002: Das Personal im Sanktionenvollzug: Auftrag und Herausforderung 2004: Der individuelle Vollzugsplan 2006: GefÀngnis als Klinik? Zur Problematik psychisch auffÀlliger Insassen 2008 Ist das Ziel der Resozialisierung noch zeitgemÀss? - Organisation von Studienreisen (Anstaltsleiter und AGUG)
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